Kleber macht das Fenster auf.
Die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2009 war solide. Nicht mehr und nicht weniger. Über Einzelheiten möchte ich mich nicht auslassen. Auch die, schon im Vorfeld reflexartig, viel gerühmte Moderation von 'Wolfgang und Anneliese' alias Anke Engelke und Bastian Pastewka war zwar ironisch-angenehme, aber letztlich solide Kost.
Einzig die Bemerkungen Claus Klebers sind für mich eine Notiz wert. Kleber wurde mit seiner Co-Autorin Angela Andersen für das Reportagestück 'Die Bombe' ausgezeichnet. Er nutzte die Gunst der Stunde, um auf die Qualitäten des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender zu verweisen, der auch seine aufwendige Reportage möglich gemacht hatte. "Ein Chefredakteur, der so an den Schablonen vorbei denkt und über sie hinaus denkt, ist goldwert für öffentlich-rechtliches Fernsehen. Das ZDF hat einen. Und wenn das Gute gewinnt... und der Intendant, dann hat es auch in Zukunft einen.“, sagte Kleber in seiner Dankesrede.
Damit ist allerdings nicht zu rechnen. Dass Brender einen neuen Vertrag bekommt, verhindert eine Mehrheit von Unionspolitikern und unionsnahen Vertretern im Verwaltungsrat des Senders. Die Politik hat in diesem Fall längst ihre Verabredung getroffen. Und an der ist nicht nur der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Brender zum Abschuss freigab, beteiligt. Es ist sehr fraglich, ob Intendant Schächter tatsächlich Willens und Manns genug ist, dem politischen Druck entgegenzutreten.
Im Gegensatz vieler anderer Kommentare, finde ich die Haltung Klebers sehr ehrenhaft. Viel zu selten lehnt sich ein Protagonist eines Senders darart weit aus dem Fenster und bezieht Stellung in übergeordneten Personalfragen. Unter diesem Gesichtspunkt kann ich auch den Vorwurf nicht verstehen, Kleber sei ein konturloser Karrierist. Vielmehr ist eine solche, fachlich begründete Loyalität, gerade in verstärkt auf uns zu kommenden neo-liberalen Zeiten, ein Gewinn im Kanon der wenigen, Werte prägenden Köpfe der Leitmedien.
Einzig die Bemerkungen Claus Klebers sind für mich eine Notiz wert. Kleber wurde mit seiner Co-Autorin Angela Andersen für das Reportagestück 'Die Bombe' ausgezeichnet. Er nutzte die Gunst der Stunde, um auf die Qualitäten des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender zu verweisen, der auch seine aufwendige Reportage möglich gemacht hatte. "Ein Chefredakteur, der so an den Schablonen vorbei denkt und über sie hinaus denkt, ist goldwert für öffentlich-rechtliches Fernsehen. Das ZDF hat einen. Und wenn das Gute gewinnt... und der Intendant, dann hat es auch in Zukunft einen.“, sagte Kleber in seiner Dankesrede.
Damit ist allerdings nicht zu rechnen. Dass Brender einen neuen Vertrag bekommt, verhindert eine Mehrheit von Unionspolitikern und unionsnahen Vertretern im Verwaltungsrat des Senders. Die Politik hat in diesem Fall längst ihre Verabredung getroffen. Und an der ist nicht nur der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Brender zum Abschuss freigab, beteiligt. Es ist sehr fraglich, ob Intendant Schächter tatsächlich Willens und Manns genug ist, dem politischen Druck entgegenzutreten.
Im Gegensatz vieler anderer Kommentare, finde ich die Haltung Klebers sehr ehrenhaft. Viel zu selten lehnt sich ein Protagonist eines Senders darart weit aus dem Fenster und bezieht Stellung in übergeordneten Personalfragen. Unter diesem Gesichtspunkt kann ich auch den Vorwurf nicht verstehen, Kleber sei ein konturloser Karrierist. Vielmehr ist eine solche, fachlich begründete Loyalität, gerade in verstärkt auf uns zu kommenden neo-liberalen Zeiten, ein Gewinn im Kanon der wenigen, Werte prägenden Köpfe der Leitmedien.
Clooney - 29. Sep, 02:35
