Thank You For the music.
Ich bin kein Stöckchen-Fan. Aber Herr Paulsen hat uns eines hingeworfen, was keine Ignoranz verdient. Die 15 Alben, die das Leben veränderten sind gefragt. Genau Herr Paulsen, warum sich mit Nichtigkeiten aufhalten?
Ich habe mich, gewissenhaft wie die Kollegen, an die Vorgabe gehalten. Nicht Lieblingsalben sind gefordert. Auch nicht die Alben, die man hörte, als sich das Leben änderte. Und es geht nicht um Songs auf einem Album, sondern um das Gesamtwerk einer LP (LP!). Das muss schon bürokratisch abgearbeitet werden. So entstand folgende Liste, die vermutlich nicht dem Coolness-Faktor Genüge tut, aber authentische Meilensteile listet. Es ist, wie es ist.
Abba – The Visitors
Nach einem ersten prä-pubertären Zugang zur Pop-Musik mit Vadder Abraham, Marion Merz sowie sämtlichen Boney M- und Abba-Alben, kumulierte sich das bis dahin Gehörte in dem wunderbar melancholischen und handwerklich hervorragenden Abschiedswerk der vier Schweden. Ich wusste nicht viel, habe aber einiges gespürt. Für zwei blonde Pärchen aus Skandinavien ein Abgesang, für mich der Beginn. Große Pop-Musik.
Blondie – Parallel Lines
Die Sex-Komponente hielt Einzug. Und damit meine ich nicht die vordergründigen Reize Debbie Harrys, sondern die für einen heranwachsenden aktiven Musiker herrlich schwüle und ruppige Wave-Attitüde. Da war irgendwas neben Harmonielehre und Timing. Der Rock’n’Roll kam in die Welt gespült.
Beatles – Revolver
Eine Reise begann, die bis heute nicht endet. Je tiefer man einsteigt, desto mehr gibt es zu entdecken. Eine der wenigen Mythen, die gerechtfertigt sind. Der Shakespeare der populären Musik. Im Folgenden ALLES – Across the Universe…
Pink Floyd – The Wall
Zumindest für mich damals die perfekte Symbiose von impressionistischer Gestaltung und expressiver Ausdruckskraft. Für einen Heranwachsenden beeindruckend bis beängstigend. Und trotz einer mittlerweile erkannten Schlichtheit bis heute prägend. Die Welt muss nicht kompliziert sein. Aber leidvoll.
Queen – A Day at the Races
Glamour, Inszenierung, Pathos, geschmacksignorierende Leidenschaft – und das alles verbunden mit virtuosem Handwerk.
Bap – Für Usszeschnigge
Alle hassen sie. Vermutlich mit Recht. Ich liebe sie. Wieder. Und mit Abstand. Wie ein ungeratendes Kind gehören sie dennoch zu mir, weil sie meine 80er geprägt haben und mein pseudo-engagiertes Lebensgefühl formuliert haben. Deutsche Texte und uninspirierter Rock’n’Roll. Und auch wenn ich mich heute eines gewissen Fremdschämens nicht erwehren kann und Herrn Niedecken den ganzen Tag einen nassen Lappen ins Gesicht hauen könnte, stelle ich mich immer noch vor sie. Das hat was mit Charakter zu tun. Man ist ja Loyal.
Heinz Rudolf Kunze – Die Städte sehen aus wie schlafende Hunde
Siehe Bap. Hinzu kommt, dass ich von HRK gelernt habe, wie meine deutsche Sprache, zumindest damals, durchaus rock-kompatibel funktioniert. Davon zehre ich, vor allem beruflich, heute noch. Face it!
Purple Schulz – Der Stand der Dinge
Siehe Bap. In diesen jungen Jahren ändert sich Vieles schnell im Leben. Hinzu kommt, dass unter musikalischen Gesichtspunkten Purple Schulz seinerzeit die einzige wirklich eigenständige deutsche Pop-Band auf internationalem Niveau waren. Wir hatten ja nichts, so kurz nach’em Kriech.
The Kinks – The Road
Meine Art von Punk. Meine Freund Mirko und Konsorten machten mir The Clash, The Ramones, Velvet Underground, Herman Brood schmackhaft. Die Davis-Brüder gaben mir die nötige Portion Melancholie, Text und Handwerk – und damit die akzeptable Schnittmenge.
Deep Purple – Stormbringer
Zurück auf der Straße. Eine klare, kraftvolle, schnörkellose Linie. Gut und Böse. Falsch und Richtig. Als Kontrapunkt zum ganzen pseudo-intellektuellen Geschwurbel, zur anstrengenden Selbstreflexion, zum Lila-Latzhosen-Gelaber. Wie geschaffen für die späte Pubertät. Ich liebe sie heute noch. Fuck the Libertines, Mando Diao, The Killers: Rock’n’Roll! (Don’t forget AC/DC, Rainbow und Whitesnake)
U2 – Achtung Baby
Der Eintritt in die 90er und in eine neue Zeit. Selten ein Album gehört, was eine so konsequente und schlüssige Weiterentwicklung einer Band darstellt. Und welches so passend einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel begleitend dokumentiert. Ich scheue mich allerdings nicht, im selben Atemzug Grönemeyers „Bleibt alles anders“ zu nennen. Die Segel mit Würde herum zu reißen, gelingt den Wenigsten. Nebenbei das Album mit einem meiner 10 Favorit-Songs - „One“.
Lyle Lovett – I Love Everybody
Wer erwachsen wird und Musik liebt, wird Americana-Country und Jazz entdecken. Lyle ist der Dosenöffner. Es offenbaren sich Emmylou Harris, Johnny Cash, Townes Van Zandt und Warren Zevon. Und die alten Sachen von Neil Young.
Tom Waits – Asylum Years (Compilation)
Mit einer grundsätzlichen Melancholie, Verletzlichkeit und Lebens(er)kenntnis benötigt man den passenden Soundtrack. Schlichte Authentizität, ehrliches Gurgeln, tiefes Greinen und die ganzen abgefuckten Geschichten, die so alt sind wie die Welt, teilt man mit diesem Mann. Auch wenn sich genau deshalb Hinz und Kunz erdreisten, seine großartigen Songs zu covern. Ausschließlich akzeptabel und weiterführend: Holly Cole und ihr grandioses Album „Temptations“.
Mozart – Zauberflöte (Karajan, recht flott)
Viel zu schlicht und unterdimensioniert der überstrapazierte Ansatz „Mozart als Pop-Musiker“. Fakt bleibt, dass Mozart mit seinen Opere Buffe das „Volkstümliche“ in der „Klassik“ vor den großen Italienern erlebbar macht und somit einen guten Zugang für Musikliebhaber zur unendlichen Erlebniswelt der Musikgeschichte schafft. Ein Werk von so schlichter Eleganz und gleichzeitiger Tiefe. Hier wird eine weitere Tür zur Musik geöffnet, die sich nicht wieder verschließt.
Gilbert Becaud – Die großen Erfolge (Compilation)
Wieder eine Compilation - geschenkt. Ich kann leider nicht mit einem tollen Bootleg aus den 60ern aufwarten. Aber egal. Fakt bleibt, dass ich seit einigen Jahren eine große Zuneigung zum französischen Chanson empfinde. Ohne der Sprache wirklich mächtig zu sein, entdecke ich hier, neben einer authentischen, europäischen Performance, eine tiefe, lyrische musikalische Welt, die meine audiophile Welt und meine Sicht der Dinge um einiges bereichert. Das Frauen eine gewisse Rolle spielen sei hier nur nebenbei erwähnt
Ich habe mich, gewissenhaft wie die Kollegen, an die Vorgabe gehalten. Nicht Lieblingsalben sind gefordert. Auch nicht die Alben, die man hörte, als sich das Leben änderte. Und es geht nicht um Songs auf einem Album, sondern um das Gesamtwerk einer LP (LP!). Das muss schon bürokratisch abgearbeitet werden. So entstand folgende Liste, die vermutlich nicht dem Coolness-Faktor Genüge tut, aber authentische Meilensteile listet. Es ist, wie es ist.
Abba – The Visitors
Nach einem ersten prä-pubertären Zugang zur Pop-Musik mit Vadder Abraham, Marion Merz sowie sämtlichen Boney M- und Abba-Alben, kumulierte sich das bis dahin Gehörte in dem wunderbar melancholischen und handwerklich hervorragenden Abschiedswerk der vier Schweden. Ich wusste nicht viel, habe aber einiges gespürt. Für zwei blonde Pärchen aus Skandinavien ein Abgesang, für mich der Beginn. Große Pop-Musik.
Blondie – Parallel Lines
Die Sex-Komponente hielt Einzug. Und damit meine ich nicht die vordergründigen Reize Debbie Harrys, sondern die für einen heranwachsenden aktiven Musiker herrlich schwüle und ruppige Wave-Attitüde. Da war irgendwas neben Harmonielehre und Timing. Der Rock’n’Roll kam in die Welt gespült.
Beatles – Revolver
Eine Reise begann, die bis heute nicht endet. Je tiefer man einsteigt, desto mehr gibt es zu entdecken. Eine der wenigen Mythen, die gerechtfertigt sind. Der Shakespeare der populären Musik. Im Folgenden ALLES – Across the Universe…
Pink Floyd – The Wall
Zumindest für mich damals die perfekte Symbiose von impressionistischer Gestaltung und expressiver Ausdruckskraft. Für einen Heranwachsenden beeindruckend bis beängstigend. Und trotz einer mittlerweile erkannten Schlichtheit bis heute prägend. Die Welt muss nicht kompliziert sein. Aber leidvoll.
Queen – A Day at the Races
Glamour, Inszenierung, Pathos, geschmacksignorierende Leidenschaft – und das alles verbunden mit virtuosem Handwerk.
Bap – Für Usszeschnigge
Alle hassen sie. Vermutlich mit Recht. Ich liebe sie. Wieder. Und mit Abstand. Wie ein ungeratendes Kind gehören sie dennoch zu mir, weil sie meine 80er geprägt haben und mein pseudo-engagiertes Lebensgefühl formuliert haben. Deutsche Texte und uninspirierter Rock’n’Roll. Und auch wenn ich mich heute eines gewissen Fremdschämens nicht erwehren kann und Herrn Niedecken den ganzen Tag einen nassen Lappen ins Gesicht hauen könnte, stelle ich mich immer noch vor sie. Das hat was mit Charakter zu tun. Man ist ja Loyal.
Heinz Rudolf Kunze – Die Städte sehen aus wie schlafende Hunde
Siehe Bap. Hinzu kommt, dass ich von HRK gelernt habe, wie meine deutsche Sprache, zumindest damals, durchaus rock-kompatibel funktioniert. Davon zehre ich, vor allem beruflich, heute noch. Face it!
Purple Schulz – Der Stand der Dinge
Siehe Bap. In diesen jungen Jahren ändert sich Vieles schnell im Leben. Hinzu kommt, dass unter musikalischen Gesichtspunkten Purple Schulz seinerzeit die einzige wirklich eigenständige deutsche Pop-Band auf internationalem Niveau waren. Wir hatten ja nichts, so kurz nach’em Kriech.
The Kinks – The Road
Meine Art von Punk. Meine Freund Mirko und Konsorten machten mir The Clash, The Ramones, Velvet Underground, Herman Brood schmackhaft. Die Davis-Brüder gaben mir die nötige Portion Melancholie, Text und Handwerk – und damit die akzeptable Schnittmenge.
Deep Purple – Stormbringer
Zurück auf der Straße. Eine klare, kraftvolle, schnörkellose Linie. Gut und Böse. Falsch und Richtig. Als Kontrapunkt zum ganzen pseudo-intellektuellen Geschwurbel, zur anstrengenden Selbstreflexion, zum Lila-Latzhosen-Gelaber. Wie geschaffen für die späte Pubertät. Ich liebe sie heute noch. Fuck the Libertines, Mando Diao, The Killers: Rock’n’Roll! (Don’t forget AC/DC, Rainbow und Whitesnake)
U2 – Achtung Baby
Der Eintritt in die 90er und in eine neue Zeit. Selten ein Album gehört, was eine so konsequente und schlüssige Weiterentwicklung einer Band darstellt. Und welches so passend einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel begleitend dokumentiert. Ich scheue mich allerdings nicht, im selben Atemzug Grönemeyers „Bleibt alles anders“ zu nennen. Die Segel mit Würde herum zu reißen, gelingt den Wenigsten. Nebenbei das Album mit einem meiner 10 Favorit-Songs - „One“.
Lyle Lovett – I Love Everybody
Wer erwachsen wird und Musik liebt, wird Americana-Country und Jazz entdecken. Lyle ist der Dosenöffner. Es offenbaren sich Emmylou Harris, Johnny Cash, Townes Van Zandt und Warren Zevon. Und die alten Sachen von Neil Young.
Tom Waits – Asylum Years (Compilation)
Mit einer grundsätzlichen Melancholie, Verletzlichkeit und Lebens(er)kenntnis benötigt man den passenden Soundtrack. Schlichte Authentizität, ehrliches Gurgeln, tiefes Greinen und die ganzen abgefuckten Geschichten, die so alt sind wie die Welt, teilt man mit diesem Mann. Auch wenn sich genau deshalb Hinz und Kunz erdreisten, seine großartigen Songs zu covern. Ausschließlich akzeptabel und weiterführend: Holly Cole und ihr grandioses Album „Temptations“.
Mozart – Zauberflöte (Karajan, recht flott)
Viel zu schlicht und unterdimensioniert der überstrapazierte Ansatz „Mozart als Pop-Musiker“. Fakt bleibt, dass Mozart mit seinen Opere Buffe das „Volkstümliche“ in der „Klassik“ vor den großen Italienern erlebbar macht und somit einen guten Zugang für Musikliebhaber zur unendlichen Erlebniswelt der Musikgeschichte schafft. Ein Werk von so schlichter Eleganz und gleichzeitiger Tiefe. Hier wird eine weitere Tür zur Musik geöffnet, die sich nicht wieder verschließt.
Gilbert Becaud – Die großen Erfolge (Compilation)
Wieder eine Compilation - geschenkt. Ich kann leider nicht mit einem tollen Bootleg aus den 60ern aufwarten. Aber egal. Fakt bleibt, dass ich seit einigen Jahren eine große Zuneigung zum französischen Chanson empfinde. Ohne der Sprache wirklich mächtig zu sein, entdecke ich hier, neben einer authentischen, europäischen Performance, eine tiefe, lyrische musikalische Welt, die meine audiophile Welt und meine Sicht der Dinge um einiges bereichert. Das Frauen eine gewisse Rolle spielen sei hier nur nebenbei erwähnt
Clooney - 4. Mrz, 01:53
