Echolot.
Es ist doch zum in die Tischkante beißen.
Da kommentieren unsere Leitmedien die gestrige Echo-Verleihung. Die Bandbreite geht dabei von 'Ach,...Take That. Ach,... Lena' über 'Alles so kommerziell und langweilig' bis zu 'Alles so deutsch und überhaupt: Nur Nischen zählen'. Was soll das?
1. Es ist allgemein bekannt, dass der Echo zum großen Teil über die Verkaufszahlen ermittelt wird und eine Veranstaltung der Industrie ist. Das kann man im besten Fall kritisieren. Und dann einfach ignorieren. Das Fähnchen 'Ich bin so nischig' zu schwingen ist bemüht und geht am Thema vorbei. Schließlich meckere ich auch nicht darüber, dass es bei McDoof nur Fast Food gibt.
2. Man kann Ina Müller mögen. Muss man aber nicht. Dass aber genau die, die immer die Spießigkeit der deutschen Preisverleihungen kritisieren, sich im selben Atemzug über die Schnoddrigkeit und wenig feierliche Moderation aufregen, kann ich nur mit der Attitüde 'ich bin so nischig' erklären.
3. Ein Medley bekannter Hits aus 20 Jahren von der Moderatorin mit unterschiedlichen und geschickt choreografierten Duettpartnern gesungen, eine kampfeslustige Andrea Berg, eine toll inszenierte Peter Alexander-Hommage, eine charmant schüchtern-mädchenhafte Annette Humpe, ein zotiges Spiel der Moderatorin mit den Herren Plattenbossen ("Kann ich mich mit 45 noch hochschlafen?", "Ich hoffe, das ist Ihr Hotelschlüssel, was ich da am Po spüre") und ein fröhlicher Grönemeyer sind also schlechte Unterhaltung?
Man kann eine solche Veranstaltung kritisieren. Man kann sie als nicht wirklich musikaffin definieren. Man kann den Verzicht der authentischen Nischen einklagen. Man kann einen geschmacklichen Fehltritt konstatieren. Aber man sollte im Vorfeld einen konzeptionellen Ansatz für seinen Artikel haben. Und eine Meinung publizieren. Sämtliche Beiträge, die ich gelesen habe, ob SPON, ZEIT, WELT oder Tagesspiegel sind nicht nur Zeugnisse eines wenig journalistischen Rumgeschwurbels ewiger Volontärinnen (interessanterweise ausnahmslos junge Frauen), sondern auch handwerklich unter aller Sau. Werte Nischen-Mädels, gestattet mir, auf die heftigsten Ausrutscher hinzuweisen:
1. Der Medley ist vielleicht euer Vollbart-tragender und Bionade-trinkender Kollege am Schreibtisch gegenüber. Das musikalische Potpourri heißt 'das' Medley.
2. Sich umgangssprachlustig machen ist eine Superidee. Aber demnächst bitte vorher nachschlagen (geht auch online): Es sollte Logorhö (oder Logorhöe) heißen.
3. 'Ideal' war mitnichten Humpes erste Band. Die hieß 'Neonbabies' und hat 'Blaue Augen' ursprünglich eingespielt. Als Nischenkenner solltet ihr das wissen.
Da kommentieren unsere Leitmedien die gestrige Echo-Verleihung. Die Bandbreite geht dabei von 'Ach,...Take That. Ach,... Lena' über 'Alles so kommerziell und langweilig' bis zu 'Alles so deutsch und überhaupt: Nur Nischen zählen'. Was soll das?
1. Es ist allgemein bekannt, dass der Echo zum großen Teil über die Verkaufszahlen ermittelt wird und eine Veranstaltung der Industrie ist. Das kann man im besten Fall kritisieren. Und dann einfach ignorieren. Das Fähnchen 'Ich bin so nischig' zu schwingen ist bemüht und geht am Thema vorbei. Schließlich meckere ich auch nicht darüber, dass es bei McDoof nur Fast Food gibt.
2. Man kann Ina Müller mögen. Muss man aber nicht. Dass aber genau die, die immer die Spießigkeit der deutschen Preisverleihungen kritisieren, sich im selben Atemzug über die Schnoddrigkeit und wenig feierliche Moderation aufregen, kann ich nur mit der Attitüde 'ich bin so nischig' erklären.
3. Ein Medley bekannter Hits aus 20 Jahren von der Moderatorin mit unterschiedlichen und geschickt choreografierten Duettpartnern gesungen, eine kampfeslustige Andrea Berg, eine toll inszenierte Peter Alexander-Hommage, eine charmant schüchtern-mädchenhafte Annette Humpe, ein zotiges Spiel der Moderatorin mit den Herren Plattenbossen ("Kann ich mich mit 45 noch hochschlafen?", "Ich hoffe, das ist Ihr Hotelschlüssel, was ich da am Po spüre") und ein fröhlicher Grönemeyer sind also schlechte Unterhaltung?
Man kann eine solche Veranstaltung kritisieren. Man kann sie als nicht wirklich musikaffin definieren. Man kann den Verzicht der authentischen Nischen einklagen. Man kann einen geschmacklichen Fehltritt konstatieren. Aber man sollte im Vorfeld einen konzeptionellen Ansatz für seinen Artikel haben. Und eine Meinung publizieren. Sämtliche Beiträge, die ich gelesen habe, ob SPON, ZEIT, WELT oder Tagesspiegel sind nicht nur Zeugnisse eines wenig journalistischen Rumgeschwurbels ewiger Volontärinnen (interessanterweise ausnahmslos junge Frauen), sondern auch handwerklich unter aller Sau. Werte Nischen-Mädels, gestattet mir, auf die heftigsten Ausrutscher hinzuweisen:
1. Der Medley ist vielleicht euer Vollbart-tragender und Bionade-trinkender Kollege am Schreibtisch gegenüber. Das musikalische Potpourri heißt 'das' Medley.
2. Sich umgangssprachlustig machen ist eine Superidee. Aber demnächst bitte vorher nachschlagen (geht auch online): Es sollte Logorhö (oder Logorhöe) heißen.
3. 'Ideal' war mitnichten Humpes erste Band. Die hieß 'Neonbabies' und hat 'Blaue Augen' ursprünglich eingespielt. Als Nischenkenner solltet ihr das wissen.
Clooney - 25. Mrz, 23:59
