Gesundheit - Ein Briefwechsel.
19.10.09
Sehr geehrter Herr Schmidt,
wann haben Sie das letzte Mal etwas für Ihre Gesundheit getan?
Ein Mann, der zu beschäftigt ist, um sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat, seine Werkzeuge zu pflegen, sagt ein spanisches Sprichwort. Männer betreiben nach den Erkenntnissen der DAK Reparaturmedizin. So schleppt sich der überwiegende Teil erst dann zum Arzt, wenn es nicht mehr anders geht.
Erkennen Sie sich wieder? Dann fördern wir gerne Ihr Gesundheitsbewusstsein.
Anlässlich des Aktionsmonats „Männergesundheit und Vorsorge“ des Göttinger Ärztevereins für ambulante Prävention und Rehabilitation laden wir Sie
am Sonntag, dem 8. November 2009-10-25 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr ins Cinemaxx Göttingen ein.
Im Anschluss an kurze Vorträge zum Thema Männergesundheit ist Gelegenheit für Gespräche und Informationen mit den Ärzten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und der DAK, die einen Dialog aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglicht.
Im Rahmen der Veranstaltung sehen Sie und Ihre Begleitung exklusiv den Film „Männerherzen“ mit Til Schweiger – natürlich kostenlos –
Nutzen Sie für sich diese Gelegenheit. Wir freuen uns auf Sie.
Freundliche Grüße
Ihre DAK
-Team Kundenbetreuung-
- - - - - - - -
24.10.09
Liebe DAK,
Lachen soll ja sehr gesund sein. Also vielen Dank für obiges Schreiben.
Nachdem ich nun wieder bei Atem bin, möchte ich doch mit einer detaillierten Rückantwort auf einige der angesprochenen Punkte eingehen.
Um Ihre rhetorische Frage zu beantworten – Nein, ich erkenne mich nicht wieder. Vielmehr beschäftige ich mich sehr sensibel, fast hypochondrisch mit meiner körperlich-geistigen Konstitution. In diesem Sinne unterziehe ich mich seit einigen Jahren und mit zunehmendem Alter regelmäßig einem so genannten ‚Check-up’ bei meinem, menschlich wie fachlich herausragenden, Hausarzt. Allerdings stoßen wir dabei an, beiderseits unerwünschte, Grenzen des gemeinsamen Tuns.
Mein früher umfassendes Blutbild beschränkt sich mittlerweile auf einige übersichtliche Werte, die von Ihnen, liebe DAK, finanziert werden. Die anderen notwendigen Parameter kann er mir, der Arzt meines Vertrauens, wie ein Hütchenspieler in der Fußgängerzone, über locker sitzende Zwanzig-Euro-Scheine vertickern. Da bleibt die Leber schon mal auf der Strecke. Mein von mir seit Jahren absolviertes Kieser-Training bezahle ich selber, um so einen kostspieligen Verschleiß der Rückenmuskulatur und entsprechende Folgekosten aufzuhalten. Außerdem ertappe ich mich dabei, die verschriebenen Anti-Histaminiker, die bei Pollenallergikern ein drohendes und langfristig kostspieliges Asthma verhindern können, nicht einzunehmen, weil sie schlichtweg zu teuer sind.
Des Weiteren frage ich mich, was genau die von Ihnen in den semantischen Ring geworfene „Männergesundheit“ ist. Sprechen Sie ausschließlich den sich selbst aufopfernden Mittdreißiger an, der gegenüber seiner ‚jungen!’ Familie den anerkannten Ernährer- und Fürsorgepflichten nachkommt? Oder den maskulinen 'Macher', der sich in der Gesellschaft ständig telefonierend, joggend, Cocktail schlürfend, sozial inkompetent und Cabrio fahrend als vermeintlicher Leistungsträger positionieren kann? Ich hoffe, das gute, alte Solidar-Prinzip meint mehr.
Ihre Aufgabe ist es nicht, Ihren Versicherten an einem Sonntagvormittag kostenlos einen Film eines möglicherweise untalentierten, aufdringlichen, geschmacksneutralen und in Sachen Gesundheitsvorsorge vermutlich privat versicherten Mimen zu präsentieren.
Fällt Ihnen was auf?
Na?
– Richtig: Ihr Schreiben ist ein Witz. Ein aufgeblasener PR-Ballon, der die Realitäten ad absurdum führt. Eine schicke Maßnahme, die an den Realitäten vorbei führt. Ein Tritt in den Arsch aller normal Versicherten.
Dies ist nicht der Platz, um in aller Ausführlichkeit die Komplexität und Widersprüche unseres Gesundheitssystems zu diskutieren. Aber immerhin die Art und Weise Ihrer Unternehmenskommunikation.
Mit den besten Grüßen
Stefan Schmidt
Sehr geehrter Herr Schmidt,
wann haben Sie das letzte Mal etwas für Ihre Gesundheit getan?
Ein Mann, der zu beschäftigt ist, um sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat, seine Werkzeuge zu pflegen, sagt ein spanisches Sprichwort. Männer betreiben nach den Erkenntnissen der DAK Reparaturmedizin. So schleppt sich der überwiegende Teil erst dann zum Arzt, wenn es nicht mehr anders geht.
Erkennen Sie sich wieder? Dann fördern wir gerne Ihr Gesundheitsbewusstsein.
Anlässlich des Aktionsmonats „Männergesundheit und Vorsorge“ des Göttinger Ärztevereins für ambulante Prävention und Rehabilitation laden wir Sie
am Sonntag, dem 8. November 2009-10-25 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr ins Cinemaxx Göttingen ein.
Im Anschluss an kurze Vorträge zum Thema Männergesundheit ist Gelegenheit für Gespräche und Informationen mit den Ärzten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und der DAK, die einen Dialog aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglicht.
Im Rahmen der Veranstaltung sehen Sie und Ihre Begleitung exklusiv den Film „Männerherzen“ mit Til Schweiger – natürlich kostenlos –
Nutzen Sie für sich diese Gelegenheit. Wir freuen uns auf Sie.
Freundliche Grüße
Ihre DAK
-Team Kundenbetreuung-
- - - - - - - -
24.10.09
Liebe DAK,
Lachen soll ja sehr gesund sein. Also vielen Dank für obiges Schreiben.
Nachdem ich nun wieder bei Atem bin, möchte ich doch mit einer detaillierten Rückantwort auf einige der angesprochenen Punkte eingehen.
Um Ihre rhetorische Frage zu beantworten – Nein, ich erkenne mich nicht wieder. Vielmehr beschäftige ich mich sehr sensibel, fast hypochondrisch mit meiner körperlich-geistigen Konstitution. In diesem Sinne unterziehe ich mich seit einigen Jahren und mit zunehmendem Alter regelmäßig einem so genannten ‚Check-up’ bei meinem, menschlich wie fachlich herausragenden, Hausarzt. Allerdings stoßen wir dabei an, beiderseits unerwünschte, Grenzen des gemeinsamen Tuns.
Mein früher umfassendes Blutbild beschränkt sich mittlerweile auf einige übersichtliche Werte, die von Ihnen, liebe DAK, finanziert werden. Die anderen notwendigen Parameter kann er mir, der Arzt meines Vertrauens, wie ein Hütchenspieler in der Fußgängerzone, über locker sitzende Zwanzig-Euro-Scheine vertickern. Da bleibt die Leber schon mal auf der Strecke. Mein von mir seit Jahren absolviertes Kieser-Training bezahle ich selber, um so einen kostspieligen Verschleiß der Rückenmuskulatur und entsprechende Folgekosten aufzuhalten. Außerdem ertappe ich mich dabei, die verschriebenen Anti-Histaminiker, die bei Pollenallergikern ein drohendes und langfristig kostspieliges Asthma verhindern können, nicht einzunehmen, weil sie schlichtweg zu teuer sind.
Des Weiteren frage ich mich, was genau die von Ihnen in den semantischen Ring geworfene „Männergesundheit“ ist. Sprechen Sie ausschließlich den sich selbst aufopfernden Mittdreißiger an, der gegenüber seiner ‚jungen!’ Familie den anerkannten Ernährer- und Fürsorgepflichten nachkommt? Oder den maskulinen 'Macher', der sich in der Gesellschaft ständig telefonierend, joggend, Cocktail schlürfend, sozial inkompetent und Cabrio fahrend als vermeintlicher Leistungsträger positionieren kann? Ich hoffe, das gute, alte Solidar-Prinzip meint mehr.
Ihre Aufgabe ist es nicht, Ihren Versicherten an einem Sonntagvormittag kostenlos einen Film eines möglicherweise untalentierten, aufdringlichen, geschmacksneutralen und in Sachen Gesundheitsvorsorge vermutlich privat versicherten Mimen zu präsentieren.
Fällt Ihnen was auf?
Na?
– Richtig: Ihr Schreiben ist ein Witz. Ein aufgeblasener PR-Ballon, der die Realitäten ad absurdum führt. Eine schicke Maßnahme, die an den Realitäten vorbei führt. Ein Tritt in den Arsch aller normal Versicherten.
Dies ist nicht der Platz, um in aller Ausführlichkeit die Komplexität und Widersprüche unseres Gesundheitssystems zu diskutieren. Aber immerhin die Art und Weise Ihrer Unternehmenskommunikation.
Mit den besten Grüßen
Stefan Schmidt
Clooney - 25. Okt, 02:07
